Wusstet Ihr, dass...

Unser FG-Vizeobmann Hanno Schuster (schusterstrategien.com) hat News der deutschsprachigen Kreativbranche durchforstet und u.a. die oberösterreichische Impfkampagne gesichtet, das Gendern in deutschen Sendern gestreift und einen Text für lesefreundliche Typographie gefunden.

... man mit bestimmten Schriftarten bis zu 35 Prozent schneller lesen kann?

Times New Roman, Arial oder Calibri sind klassische Schriftarten. Alle drei sehen anders aus und können auch jeweils unsere Lesegeschwindigkeit beeinflussen. Je nach Schriftart können wir beim Lesen nämlich den Turbo-Gang einschalten. Das hat ein Team aus Forschenden der Brown-Universität und der Uni Florida in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Adobe herausgefunden. Die Forschenden aus den USA haben die Tests auch online gestellt. Alle, die möchten, können dort testen, welche Schriftart sie am meisten anspricht, mit welcher sie am schnellsten lesen und auch, inwiefern der Zeilenabstand den Lesefluss beeinflusst.

... Gendern bei ARD und ZDF überdacht werden soll?

Zumindest, wenn es nach rund 70 Sprachwissenschaftler:innen geht. Denn der Aufruf stammt von rund 70 Sprachwissenschaftler:innen die sich gegen das Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aussprechen. Die „sogenannte gendergerechte Sprache“ sei ideologisch motiviert, missachte gültige Rechtschreibnormen und produziere „sozialen Unfrieden und das in Zeiten, in denen ohnehin zahlreiche gesellschaftliche Spaltungstendenzen zu beobachten sind“, heißt es in dem Aufruf, über den die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet.

... für eine Lehrstelle bei der Swisscom kein Zeugnis mehr verlangt wird?

Videointerview und Praxistag statt Motivationsschreiben und Schulzeugnis: Die Swisscom geht bei der Vergabe von Lehrstellen neue Wege – zumindest testweise. Ein Grund ist die Flut an Bewerbungen. Der neue Bewerbungsprozess hört sich verlockend an: Wer sich für eine Lehrstelle bewirbt, muss kein Bewerbungsdossier mehr einreichen. Damit fällt das obligate Motivationsschreiben weg. Nicht mehr sehen möchte die Swisscom auch das Schulzeugnis. Die Devise lautet «Menschen statt Noten». «Das Ziel ist, den Menschen ins Zentrum zu stellen und nicht Dossiers zu analysieren», sagt Marc Marthaler, Leiter Berufsbildung bei der Swisscom.

... die neue Marotte der Alltagssprache „genau“ heisst?

Lauscht man Gesprächen, Vorträgen oder Diskussionen, kann man fast darauf warten, dass plötzlich so ein „genau“ im Raum steht. Wie ein unumstößlicher Fels rammt sich das „genau“ in den Sprach-Fluss einer beliebigen Konversation. Gerne genutzt am Satzende, um das Gesagte zu bestätigen und sich quasi selbst zuzustimmen, als Pausen- und Füllwort, wenn man darüber nachdenkt, was man als nächstes sagen möchte, oft auch im Dialog als Antwort auf die Ausführungen des Gesprächspartners. In Vorarlberg, so meine Beobachtung, hält sich das „Genau“ aber (noch) in Grenzen. Wir bevorzugen immer noch lieber unser „O’dr?“ Genau!

... im deutschen Bundestag auf jede:n gewählte:n Vertreter:in 38 Lobbyisten kommen?

Seit Anfang des Jahres gibt es das Lobbyregister, das auf der Webseite des Bundestages öffentlich einsehbar ist. Nun müssen sich Firmen und Verbände öffentlich registrieren lassen, bevor sie zu Bundestagsabgeordnet:innen, Regierungsmitgliedern und deren Mitarbeiter:innen Kontakt aufnehmen. Auch für die Teilnahme an Anhörungen ist der Eintrag Voraussetzung. Ansonsten drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Bislang haben sich fast 5000 Unternehmen, Verbände, Organisationen, Netzwerke, Einzelpersonen und andere angemeldet. Die Zahl der benannten Beschäftigten, die die Interessenvertretung unmittelbar ausüben, liegt bei mehr als 12.500. Die Zahl der Personen, die nach dem Register zur Lobbytätigkeit berechtigt sind, wird sogar mit mehr als 28.300 angegeben. Das heißt, rein rechnerisch kommen auf jeden und jede Abgeordnete 38 offiziell registrierte Lobbyist:innen. Für Österreich liegen bis jetzt keine solchen Daten vor.

... die Oberösterreichische Landesregierung eine Kampagne zur Impfauffrischung gestartet hat?

Durchaus ungewöhnlich, sagen die einen, völlig daneben die anderen. Macht euch selbst ein Bild.