„Schreiben Sie so, wie Sie flirten!“

Michael Köhlmeier zu Gast im Designforum

Der Flirt so Michael Köhlmeier ist weder ein Versprechen noch ein Übergriff. Es ist ein Spiel und wenn sich beide Seiten darauf einlassen kann es sehr schön sein. Nicht nur diese Antwort den der Schriftsteller Hörbuch- und Theaterautor einer Kollegin auf ihre Frage nach einem Tipp für gelingende Texte gab überraschte. Ebenso glaubt der Mitbegründer des Philosophicum Lech auch nicht dass die Digitalisierung mit der damit einhergehenden „Bilderflut“ eine Konkurrenz für die Sprache ist. Sich in der Kommunikation Bildern zu bedienen bedeute nicht dass man deswegen der Sprach- und/oder Sprechkompetenz verlustig gehe. Die Entschlüsselung von Bildern zähle ebenso zu einer intellektuellen Leistung wie die Anwendung von Sprache so Köhlmeier. Man könne globale Tendenzen wie beispielweise die exorbitante Zunahme der Bildsprache nicht rückgängig machen sondern müsse Wege finden damit umzugehen. Die Gefahr der Manipulation sei immer gegeben auch und besonders mit Sprache. Wie filigran manipulativ aber auch mehrdeutig und reichhaltig Sprache sein kann zeigte er sodann anhand einiger einfacher Beispiele. Was im Übrigen gar nicht funktioniere sei beim Schreiben an „die LeserInnen“ zu denken. „Das funktioniert nicht! Das funktioniert nie! Entweder Sie haben etwas zu erzählen oder nicht“! Die Leute müssen nicht „von irgendwo abgeholt“ werden kritisierte er die häufig gehörte Phrase über das Schreiben. Womit wir wieder am Anfang nämlich beim Flirt wären.

Dieser Abend bildete den Auftakt zur Kooperation des Designforums (df) Vorarlberg mit dem Public Relations Verband Vorarlberg (PRVA). Auch im Herbst so Sigi Ramoser Kurator des Designforums und Hanno Schuster Sprecher des PRVA soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.