Phrasen: das Plastik der Sprache? /Gespräch mit Michael Köhlmeier

Welche Aufgabe kommt der Sprache in einer der Bilderwelt verhafteten Gesellschaft noch zu= Michael Köhlmeier spricht dazu am 30. Juni um 19 Uhr im designforum Vorarlberg.

Keine Marke ohne Corporate Design. Aus gutem Grund: Logo, Farbgebung, Layouts, Typografie und Bildwelten sorgen für einen unverwechselbaren Auftritt. Oft vergessen wird jedoch, dass die Sprache mindestens genauso viel zur Außenwirkung beiträgt. Sprache prägt Beziehungen und entscheidet häufig, ob wir jemanden als authentisch und glaubwürdig wahrnehmen – eine Grundvoraussetzung für (Marken)Vertrauen.

Keine Marke ohne Corporate Design. Aus gutem Grund: Logo, Farbgebung, Layouts, Typografie und Bildwelten sorgen für einen unverwechselbaren Auftritt. Oft vergessen wird jedoch, dass die Sprache mindestens genauso viel zur Außenwirkung beiträgt. Sprache prägt Beziehungen und entscheidet häufig, ob wir jemanden als authentisch und glaubwürdig wahrnehmen – eine Grundvoraussetzung für (Marken)Vertrauen.

Aber welche Aufgabe kommt der Sprache in einer der Bilderwelt verhafteten Gesellschaft noch zu? Wenn die Analyse des österreichischen Philosophen, Franz Schuh, stimmt, dann hält in Unternehmen, Politik und Institutionen immer mehr eine Art „Phrasensprache“ Einzug. Neil Postmanns radikale Ansicht dazu: „Bilder dienen als zentraler Angriffspunkt auf die Welt der Phantasie und der Sprache, indem sie zu Hörigkeit verführen“. Hat er recht; immerhin werden auf Instagram täglich 95 Millionen Bilder hochgeladen?

Was ist die Konsequenz aus einer solchen Analyse? Verlieren wir langsam die Sprache oder verändert sie sich in eine simplifizierende, indem ihr Informationsgehalt eingedampft und den Wörtern ihre Bedeutung genommen wird? Wer weiß, was mit „nachhaltig“ oder „innovativ“ heute wirklich gemeint ist? Angenommen, man teilt diese Analyse, soll man sich dann Nietsche zum Vorbild nehmen der meinte „Wir hören auf zu denken, wenn wir es nicht in dem sprachlichen Zwange tun wollen.“

Welche Auswirkungen hat die „Bildgewalt“ in der Unternehmenskommunikation, wie wichtig ist Sprache überhaupt noch, wenn wir immer mehr mit Bildern und Zeichen kommunizieren? Lässt sich der „Widerstreit“ zwischen Bildern und Sprache auflösen und wenn ja, welche Lösung könnte es dazu geben? Oder gibt es diesen „Widerstreit“ gar nicht?

Der Schriftsteller Michael Köhlmeier und der Sprecher des Public Relations Verbandes Vorarlberg, Hanno Schuster sprechen über Veränderungen im Gebrauch der Sprache und deren Konsequenzen für die Kommunikation.

DATUM: Donnerstag, 30. Juni 2022
UHRZEIT: 19.00 Uhr
ORT: designforum Vorarlberg | CAMPUS V
Hintere Achmühlerstraße 1, 6850 Dornbirn

Eintritt frei

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